100 Jahre Sportverein Alemannia Wilster

Dieses stolze Jubiläum kann der SV Alemannia Wilster im Jahr 2004 begehen. Vor 100 Jahren konnte noch keines der Gründungsmitglieder ahnen, wie sehr sie mit dieser Entscheidung das Leben vieler Menschen in der Wilstermarsch und auch die Stadt Wilster prägen sollten. Denn auch oder gerade durch den Fußball, besonders in den ersten 30 Vereinsjahren, wurde die Stadt Wilster weit über die Kreisgrenzen ein Begriff. So wollen wir zu Beginn unserer Zeitreise durch 100 Jahre Fußballgeschichte in Wilster die Gründer nennen, denen wir es zu verdanken haben, dass es den SV Alemannia Wilster gibt. Dies sind: Enno Wilms, H. Krumbeck, Rudolf Eckardt, Willi Eckardt, Carl Eckardt, Johs. Ahsbahs, Christian Schlotfeldt, Carl Hencke, Heinrich Ahsbahs, Karl Tross, A. Hartmann, Nikolaus Musfeldt, Theodor Andersen und Heinrich Thomsen.

Zum 75jährigen Jubiläum des SV Alemannia erschien eine Chronik, für die sich Willi Hencke, Willy Reimers und Georg Stelzer verantwortlich zeichneten. Auf diese Chronik baut unsere Festschrift zum 100jährigen Jubiläum auf. Leider gibt es aus den Anfangsjahren des Vereins keine schriftlichen Aufzeichnungen mehr. Die Jahre von 1979 bis 2004 werden etwas ausführlicher dargestellt, da es in den letzten 25 Jahren eine rasante Entwicklung in der Medienwelt gegeben hat und heutzutage leichter an Archivmaterial heranzukommen ist. Zum anderen gibt es viele Zeitzeugen, die noch Material wie Mannschaftsfotos und Zeitungsberichte zur Verfügung stellen konnten.

Die Historie des Fußballs begann in Deutschland um die Jahrhundertwende, dem Zeitpunkt der Gründung unseres Vereins. Am 28. Januar 1900 wurde in Leipzig der Deutsche Fußballbund gegründet, dem damals 86 Vereine angehörten. Nur 4 Jahre später entschlossen sich die oben genannten Personen zur Gründung eines Fußballvereins in Wilster. Die Aufnahme der neuen Sportsparte Fußball in den MTV Wilster zerschlug sich. In der damaligen Gesellschaft gab es noch gewissen Bedenken gegen den Fußballsport bezüglich der knappen Kleidung der Herren. Zudem wurde der Fußball als rohes Spiel angesehen. So wurde am 14. Februar 1904 bei Stücker (dem Adler-Kino) der Fußballclub „Alemannia“ gegründet. In der Anfangszeit hieß der Verein FC Alemannia. Die Gründer der Alemannia mögen bei der Wahl des Vereinsnamens an den alten kampferprobten Germanenstamm der „Alemannen“ gedacht haben.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurde der Mannschaftssport Fußball im Laufe der Jahre zu einem Volkssport ungeahnten Ausmaßes, der heute fast täglich Millionen sportbegeisterter Menschen in seinen Bann zieht. Längst sind aus den Sportvereinen, die in der Bundesliga spielen, große Wirtschaftsunternehmen geworden. Selbst in der heutigen Zeit, wo das Geld nicht mehr so locker sitzt, sind die Stadien voll und der Fanartikel-Verkauf boomt. Noch ein paar Zahlen zum DFB. Aus den damals 86 Vereinen sind mittlerweile 26.239 Vereine geworden, die mit 168.246 Mannschaften am Punktspielbetrieb teilnehmen. 75.511 Schiedsrichter sorgen für die regelgerechte Durchführung der Spiele und insgesamt gehören dem DFB 6,27 Millionen Mitglieder an. Diese Zahlen bestätigen die ungebremste Leidenschaft der Sportart Nr.1 in Deutschland.

Zurück zu den Anfängen beim SVA. Der Verein registrierte anfänglich 16 Mitglieder und das Vereinslokal war der „Deutsche Hof“. Es gab erhebliche Bedenken gegen einen Fußballverein und als die Spieler der Alemannia das erste Mal ein Spiel in ihren kurzen Hosen austrugen, gab es doch einige Entrüstung. Besorgte Mütter und Väter hielten ihre Töchter vom Fußballplatz zunächst fern. Aus Berlin kam die erste Vereinstracht: Trikot (damals noch Jersey genannt) rot-weiß, Hose und Stutzen blau. Der Mannschaftskapitän trug außerdem noch eine blaue Schärpe, die gesamte Mannschaft ein blaues Käppi. Die ersten Bälle und Fußballstiefel fertigte Wilhelm Reimers an (Vater von Willy Reimers, einem hochverdienten Spieler und Vorstandsmitglied in späteren Jahren). Das Leder stifteten die Lederfabriken Falk & Schütt und Ballin, die in Wilster beheimatet waren.

Auf dem mit Lindenbäumen umwachsenen „Colosseumplatz“ wurde in den ersten Wochen trainiert und versucht, das tückische Leder unter Kontrolle zu bringen. Zusätzliche Schwierigkeiten ergaben sich daraus, dass links und rechts vom „Colo“ Wassergräben waren und über den Platz Elektroleitungen verliefen. Für Wettspiele stand dieser Platz erst nach einem Jahr zur Verfügung. Auf einer mit Pferden bespannten Break, auf der auch die Tore und Absteckfahnen mitgenommen wurden, fuhr man nach Burg und spielte hier auf einem einigermaßen geraden Acker gegen gemischte Mannschaften aus dem Raum Meldorf und Marne. Ein abgewanderter Spieler (Helmut Holm) gründete in Husum den Verein „Unitas“. In einem Werbespiel in Heide wurde dieser Verein hoch besiegt. Heider Spieler schlossen sich danach dem MTV Heide an. Nach einem weiteren Werbespiel in Itzehoe gegen Sperber-Hamburg, das mit 0:1 verloren wurde, gründete man dort den Fußballverein „Cimbria“. Auch in anderen Städten des Landes entstanden weitere Fußballvereine, so dass der Weg für eine Schleswig-Holsteinische Meisterrunde geebnet war. 1906 wurde der Bezirk 1 Schleswig funktionsfähig, und daran hatte der SV Alemannia Wilster, durch die Durchführung der Werbespiele in den verschiedenen Städten, großen Anteil.

An den steigenden Leistungen hatten die Brüder Erni und Carl Böge großen Anteil. Sie kamen von dem Hamburger Pionierverein Altona 93 nach Wilster. Von 1906-1910 war „Alemannia“ wohl der stärkste Verein im Bezirk. In drei aufeinanderfolgenden Jahren wurde die Meisterschaft errungen. Die Itzehoer Nachbarvereine Cimbria und Preußen 09 (aus dem später der Itzehoer SV hervorging) waren damals nur zweitrangige Gegner. Zum Bezirk 1 gehörten die Vereine aus Husum, Schleswig, Flensburg, Neumünster, Rendsburg, Heide, Itzehoe und Wilster.

Hier die Meistermannschaft des Jahres 1908 in ihrer taktischen Aufstellung. Damals war die Ausrichtung doch etwas offensiver als heute:

Carl Eckardt (goal keaper)

W. Bose (right back)

Erni Bögel (left back)

Carl Hencke (right half)

Heinrich Voss (center half)

Klaus Singhofen (left half)

J. Ahsbaahs (r. forward)

O. Alves (r. c. forw.)

E. Obstfelder (center forw.)

J. Kappelau (l. c. forw.)

Willi Eckardt (l. forw. u. Capt.)

Weitere Spieler, die vor dieser Zeit noch zu der Mannschaft gehörten waren:

C. Reichheim, N. Musfeldt, H. Lüddecke, P. Buck, M. Kühl, W. Werner und A. Hartmann.

Durch die große Beharrlichkeit, mit der die Gründer des Vereins ihr Ziel verfolgten und durch das Zusammenstehen wie eine Phalanx, wurde erreicht, dass der Verein bereits 1910 eine ansehnliche Anhängerschaft hinter sich hatte. Die bei der Gründung aufgetretenen spießbürgerlichen Bedenken vieler Mitbürger waren längst zerstreut.

Die großen Leistungen während der Meisterschaftsrunde bewirkten auch, dass Kontakte zu Vereinen aus anderen Bezirken entstanden. Beachtliche Erfolge wurden so gegen Holsatia Elmshorn, Nienstedten, Bergedorf, Sperber-Hamburg, Altona 93 und Kilia Kiel errungen. In diesen Jahren wurden die Vereinsfarben auf schwarz-weiß geändert und die erste Vereinsnadel von Carl Hencke entworfen.

Die durchgeführten Sedan-Gedächtnisspiele rückten Alemannia noch einmal ganz besonders in den Mittelpunkt des schleswig-holsteinischen Fußballs. Die weitere Entwicklung wurde 1914 durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges jäh unterbrochen. Karl Tross leitete, während die Vorsitzenden Krumbeck und Ahsbahs im Krieg waren, nach einer erlittenen Verwundung ab 1915 die Geschicke des Vereins. Während des Krieges vertrat noch eine gute Mannschaft die schwarz-weißen Farben. In Heide wurde die Kriegsmeisterschaft errungen. Im Festungsgebiet Brunsbüttel wurde gegen eine Mannschaft eines bosnischen Kriegsschiffes gespielt. Die damaligen Spieler: Karl Müller, Klaus Benzin, Edmund Hahn, Gustav Müller, Max Dethlefs, Jacob Falk, Max Heesch, Willi Müller, Hans Pruter, Karl Heitmann und Sophus Jensen. Die Spieler Müller, Hahn, Heesch und Heitmann spielten gleich nach dem Kriege bei Bergedorf 85 in der Hamburger Liga.

Nach Kriegsende waren es die Männer der ersten Stunde, die die Geschicke des Vereins wieder in die Hand nahmen. Hier seien besonders erwähnt: Chr. Schlotfeldt, Karl Tross, Otto Wolter, Heinrich Ahsbahs, Carl Hencke, Hermann Weich, Willy Ramm, Conrad Ramm und Walter Bauch.

Das Interesse der Jugend war damals sehr groß, ihren Vorbildern nachzueifern und selbst in einer Jugendmannschaft zu kicken. Erst 1919 konnte Alfred Jepsen aber erstmalig eine festgeformte Jugendabteilung aufstellen. Er war es auch, der den Grundstock für die späteren erfolgreichen Jahre durch seinen unermüdlichen Einsatz und durch seine kluge, technische und taktische Beratung der Jugendmannschaften schuf. Um die Spieler für die Spiele immer optimal fit zu halten, gründete Alfred Jepsen auch eine Turnabteilung. Weil er sich bei einem Spiel in Heide einen komplizierten Beinbruch zuzog, war die für den Verein so wirkungsvolle Zeit leider vorbei.

Neben dem Fußball waren die Aktiven auch in anderen Sportarten tätig. 1919 und 1921 gewann eine Staffel unseres Vereins gegen die Konkurrenz des MTV Wilster und des Arbeiter Turn- und Sportvereines Wilster die Straßenläufe anläßlich der Heimatfeste.

Einen Schwimmwettkampf gegen verschiedene Turn- und Sportvereine in der Schleusenkammer von Kasenort gewann unsere Staffel, in der auch Georg Stelzer mitschwamm. Zudem hatte der SV Alemannia einen eigenen Spielmannszug.

1921/22 war es ein großes Ereignis, als unsere Junioren in einem Endspiel in Husum die Schleswig-Holsteinische Meisterschaft errang. In dieser Mannschaft spielten u.a. Martin Gerdau, Otto Jepsen, Carl Evers und Ernst Witt.

1922/23 war auch die 1. Schülermannschaft erfolgreich, sie gewann die Meisterschaft der Weststaffel. Folgende Spieler gehörten zur Mannschaft: Walter Thode, Hans Schulenburg, Hans Tiedemann, Paul Holm, Otto Bandholz, Otto Schwardt, Walter Engel, Heinrich Harder, Hans Bruhn, Willy Reimers und Heinrich Goldmann.

Die Wirtschaftskrise, die Inflation und die politischen Wirren hemmten die Weiterführung eines geregelten Spielbetriebs. Doch die rein sportliche und unpolitische Atmosphäre im Verein hatte zur Folge, dass Alemannia zu einem Sammelbecken für viele sportliebende Menschen aus allen politischen Lagern wurde. 1924/25 konnte der Verein 6 Mannschaften melden. Zu Auswärtsspielen reisten die Mannschaften gemeinsam mit dem Zug (4. Klasse). Sie wurden von einem Betreuer begleitet und vor der Abfahrt am Bahnhof von einem Vorstandsmitglied verabschiedet und auch wieder in Empfang genommen. Die 1. Herrenmannschaft dieser Spielserie: Otto Jepsen, Theodor Beimgraben, Max Auhage, Hans Kreutzfeldt, Albert Gutsche, Willi Reese, Karl Goldmann, Richard Engel, Gustav Lumpe und Martin Gerdau. Sie wurde in dieser Serie Meister im Westbezirk.

1926 war die Turnabteilung ein starker Zweig des Vereins. Sie gab auch den Fußballspielern die Möglichkeit zum Trainieren. Arthur Lindemann, Heinrich Büttner, Karl Schaumann, Heinrich Gosch und Carl Hencke waren als Turnwarte, Obmänner und Abteilungsleiter stark engagiert. Die Weihnachtsfeiern mit turnerischen Vorführungen legten immer ein beredtes Zeugnis ab von der geleisteten Arbeit.

Als 1930 talentierte Spieler aus der Jugend nachrückten, wurde im Spieljahr 1930/31 die Meisterschaft errungen. Die Aufstiegsspiele gegen Flensburg, Ellerbek-Kiel und Kellinghusen wurden erfolgreich abgeschlossen und bedeuteten den Aufstieg in die Landesliga. Zur Meistermannschaft gehörten: E. Goldmann, H. Schulenburg, Otto Schwardt, H. Kreutzfeldt, Willy Reimers, Georg Stelzer, H. Meiforth, E. Schlüter, A. Tiedemann, Br. Möller, H. Goldmann.

Die Reservemannschaft, die bei Ausfällen in der 1. Mannschaft oft Ersatzspieler stellte, hatte auch großartige Erfolge aufzuweisen. Gegen Rendsburg und Merkur-Hademarschen wurden Handballresultate von 21:1 (!) und 15:3 (!) erzielt. 1932 wurden die Satzungen erneuert, der Verein in das Vereinsregister eingetragen und eine neue Versicherung abgeschlossen. Das gesellige Leben im Verein wurde zu dieser Zeit besonders gefördert. 1931 wurden durchgeführt: Ein Osterball, Pfingstball, Meisterschaftsball, Ligaabend und Silvesterball.

Nach der Umgruppierung in die Staffel Holstein wurde 1933/34 eine der größten Leistungen in der Vereinsgeschichte vollbracht. Nach einer Siegesserie von 22 Spielen wurde die Meisterschaft errungen. Gewonnen wurde u.a. gegen Rendsburg 11:1, HSV Heide 5:3, VfL Heide 4:1, Preußen Itzehoe 5:1, Kellinghusen 4:0, Bordesholm 11:2, Brunsbüttel 2:1 und Fortuna Glückstadt 4:2. Renommierte Vereine der Hamburger Liga wie Wilhelmsburg und Harburg wurden 5:2 und 2:1 besiegt. Diese Elf trug den Ruhm unseres Vereins wieder durch ganz Schleswig-Holstein und war auch im Hamburger Raum ein fester Begriff geworden.

Die Elf der Spielserie 1933/34: Willi Golgert, Heinz Maaß, Bruno Möller, Ernst Engel, Hans Bruhn, Otto Schwardt, Willy Reimers, Ewald Bruhn, Erwin Schlüter, Heinr. Goldmann und Albert Tiedemann.

Eine kuriose Geschichte ereignete sich im Sommer 1934, von der Willy Reimers und Willi Hencke berichteten. Alemannia war in den Fängen der Partei und Staatsanwaltschaft. Es stand nicht nur die Mannschaft, sondern die Existenz des SV Alemannia Wilster „auf des Messers Schneide“. Nach einem Abendspiel einer kombinierten Mannschaft in Meldorf wurde auf der Rückfahrt in Burg eingekehrt. Zwei Spieler wurden grundlos zusammengeschlagen, als die übrigen schon im Bus saßen. An der Burger Fähre gab der damalige Vorsitzende Dr. Bernhard Herzog den Befehl zur Rückfahrt nach Burg zwecks „Heimzahlung“. In Burg war jedoch schon die SA vor Ort und nahm alle Spieler fest, um sie zu verhören und die Personalien aufzunehmen. Die Rückfahrt konnte erst in den frühen Morgenstunden angetreten werden. In den nächsten Tagen folgten Verhöre und die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen Aufruhrs gegen die Partei. Teils sehr verstellte Berichte kursierten durch die Presse. Der Norddeutsche Fußballverband schaltete sich ein und Dr. Herzog wurde fristlos aus allen Ämtern entfernt. Johannes Kock wurde neuer 1. Vorsitzender. Vom Verband wurden die Spieler sieben Monate gesperrt, was den kampflosen Abstieg in der folgenden Serie zur Folge hatte. Das Urteil des Gerichts stand noch aus. Durch den plötzlichen Tod des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg fiel die ganze Angelegenheit, soweit sie den Verein und die Spieler betraf, unter die darauf ausgesprochene und verordnete Amnestie. So kam der SV  Alemannia  aus dieser Geschichte mit einem im wahrsten Sinne des Wortes „blauen Auge“ davon.

1935/37 war die 1. Mannschaft nach einer erneuten Umgruppierung der starken Kieler Staffel zugeteilt. Der Abzug einiger Stammspieler, die Verkündung der Wehrpflicht und die weiten  - auf Lastwagen durchgeführten - Reisen wirkten sich nachteilig in den schweren Spielen gegen die Kieler Vereine Borussia, Kilia, VfB, Comet und die Vereine Olympia und VfR aus Neumünster aus. Im Spieljahr 1937/38 konnte dann auch der Abstieg nicht vermieden werden. In der Serie 1938/39 war die Mannschaft dann wieder mit ihren alten Rivalen aus Steinburg und Dithmarschen vereint.

Im Sommer 1938 wurde eine Reise nach Holland unternommen. Es kam selten vor, dass Mannschaften aus unteren Klassen im Ausland spielten. Eine Ausnahme machte unser Verein. In der 1. Mannschaft spielten 1938 zwei Holländer, Joe und Piet v. Oelphen, die hier als Käsefachleute tätig waren und dem damaligen Vorsitzenden vorschlugen, ein Spiel in ihrer Heimat auszutragen. Nach einem Briefwechsel über einige Wochen war der Abschluß des Spieles perfekt. Von dem Reichsbund für Leibesübungen wurde die Genehmigung eingeholt. Die Bestimmungen für den internationalen Sportverkehr mussten eingehalten werden. Das Spiel sollte am 2. Pfingsttag in Nordwohlde stattfinden. Eine rege Vereinstätigkeit begann, um alle notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Reisepässe, Devisen und eine neue Fußballbekeidung mußten besorgt und angeschafft werden. Weiter wurde ein intensives Training betrieben, um die Mannschaft auf dieses wichtige Spiel besonders sorgfältig vorzubereiten. Nachstehende Elf erkämpfte sich in einem temporeichen Spiel ein ehrenvolles 2:2 Unentschieden: Golgert, W. Hencke, W. Eggert (Gastspieler vom VfL Kellinghusen), Kl. Haltermann, Oelphen 1, W. Brandt, G. Stelzer, E. Carstens, P. Prozny, Oelphen II und Heinr. Goldmann. Reisebegleiter und Betreuer war Willi Goldmann, der auch die Zeit fand, einen Film von der Reise und dem Spiel als bleibende Erinnerung zu drehen. Für alle Teilnehmer wird diese Reise ein unvergeßliches Erlebnis bleiben. Mit Beginn des Krieges brachen dann jedoch die Kontakte ab.

Die Fahrt nach Holland war ein Anfang, mit Mannschaften aus dem Ausland Kontakt aufzunehmen. Im Jahr 1954, dem 50jährigen Bestehen des Vereins, wurde der Grundstein für langjährige Kontakte nach Schweden gelegt. Durch den Schweden Arthur Carlson, der bei Phönix Lübeck Fußball spielte, und Kurt Ahrens und Georg Stelzer kam der Kontakt zustande.  IF Carlsborg besuchte den SVA und im Jahr 1955 war der SVA in Schweden zu Gast. So besuchten sich beide Mannschaften des öfteren bis zum Jahre 1979.

Mit den neuen Nachwuchskräften Werner Hoinke, Helmut Plett, Walter Ossenbrüggen, Emil Carstens, E.-K. Stücker, Otto Wübbe und P.-A. Pruter wurde in der darauffolgenden Saison wieder eine vielversprechende Mannschaft aufgebaut. 1939 wurde die letzte Staffelmeisterschaft errungen. Doch auch der Fußballsport wurde dann ein Opfer des Regimes und des 2. Weltkrieges. In der Zeit von 1940 bis 1945 ruhte das Vereinsleben und es fanden keinerlei Aktivitäten statt.

Leider kamen aus dem Kriege viele gute Spieler nicht zurück. Doch die Sportbegeisterung erwachte wieder und die neue, alte „Alemannia“ war wie „Phönix aus der Asche“ wieder neu erstanden. Es waren, wie nach dem 1. Weltkrieg, alte treue Vereinsanhänger, die unter schwierigsten Bedingungen den Spielbetrieb in Gang brachten. Die erste Generalversammlung am 30. August 1946 wurde von 75 neu eingeschriebenen Mitgliedern besucht. Es waren wieder 3 Herrenmannschaften, 4 Schüler- und Jugendmannschaften, eine Handballabteilung und eine Tischtennisabteilung zu den Wettkämpfen gemeldet. Zum 1. Vorsitzenden wurde Willi Goldmann gewählt. Genau auf den Tag ein Jahr später, am 30. August 1947, wurde übrigens der Schleswig-Holsteinische Fußballverband gegründet, der in 4 Bezirke und 14 Kreisfußballverbände unterteilt wurde. Vorher wurde der Fußball im Norden unter dem Vorsitz des Norddeutschen Fußballverbandes organisiert.

Auf dem Colosseumplatz wurden die Heimspiele ausgetragen. Als 1946 der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden sollte, stand dem Verein in Wilster der Platz zunächst nicht zur Verfügung. So mußten die ersten Wettspiele zwangsläufig auf den Plätzen in Itzehoe, Burg und Brunsbüttel ausgetragen werden. Der Colosseumplatz war von der Besatzungsmacht zum Abstellen der Militärfahrzeuge genutzt worden. Als er dann im Sommer 1946 wieder freigegeben wurde, mußte mit vereinten Kräften Abend für Abend gearbeitet werden, um ein einigermaßen bespielbares Feld präsentieren zu können. In dieser Zeit spielte eine Mannschaft des SV Alemannia gegen eine Mannschaft der Engländer und konnte sie mit 2:0 besiegen.

Da hier nie ein Grasplatz entstehen würde und auch sonst nur Schwierigkeiten zu überwinden waren, entstand die Sportplatzanlage Brook. Die Hamburger Zeitung „Sport“ schrieb im Jahre 1951 in einer Ausgabe folgendes: „Wer in der Marsch wohnt, über einen Meter unter dem Meeresspiegel, ist gezwungen, den Fußballsport mit anderen Maßstäben zu betrachten, als die glücklicheren Bewohner der Geest. Dass immer wieder prekäre Problem ist das Wasser. Die Alemannen haben zum Beispiel auf ihrem Platz, unmittelbar an der Wilster-Au gelegen, ein kleines Pumpwerk an ihr Drainagesystem angeschlossen. Anders ist da wohl nichts zu machen. Denn sonst ersaufen sie hier bei lebendigem Leibe. Was sichtbar ist, bleibt trotz allem ein schmuckes Stück von einem Fußballfeld mit blitzsauberer Einfassung, mit grüner Grasdecke und Sicht für gut 1500 Zuschauer.“

Auch zu dieser Zeit gab es schon eine „Stadionzeitung“ bzw. ein Informationsblatt, auf dem es Informationen zum „Großkampf“ (so wurden die Punktspiele damals genannt) gab, sowie die Aufstellungen der beiden Mannschaften. Möglich machte dies die Druckerei von Carl Hencke. 1948 wurde die Bezirksliga West im Bezirk III mit 10 Mannschaften wieder eingeführt. In der Punktrunde 1947/48 konnten sich die 5 besten Mannschaften der Kreise Dithmarschen und Steinburg für diese Liga qualifizieren. Zu den Gründungsmannschaften der Bezirksliga West nach dem 2. Weltkrieg gehörten aus Dithmarschen der MTV Marne, Heider SV, MTV Heide, SSV Lunden und der TSV Büsum, aus Steinburg der 1. FC Lola, TSV Lägerdorf, VfL Kellinghusen, TSV Glückstadt und der SV Alemannia Wilster. Erwähnenswert die Schlusszeile des Infoblatts zum Spiel gegen den MTV Marne am 26. September 1948: „Den Fanatikern aber sei zugerufen: Bewahrt anständige Sportdisziplin und zeigt Euch als wahre Sportsleute, damit der früher gute Ruf von FUSSBALL – WILSTER erneut in Sportkreisen lobend erwähnt werden kann!“

Den Stamm der 1. Herrenelf bildeten anfänglich die Spieler der Vorkriegsmannschaft: A. Tiedemann, Otto Schwardt, Claus Haltermann, Willi Golgert, Heinrich Goldmann, Georg Stelzer, Bruno Möller, Emil Carstens und Willi Hencke. Von der nachziehenden Jugend bewährten sich besonders: K.-G. Behmer, Herbert Strate, F. Wilde, Bruno Karstens, Hans-Peter Plett, Heiner Karstens, Horst Reese, Otto Reese, Alwin Hinz, R. Richter, Hans Schröder, W. Höfs und H. Winter.

Diese Spieler, die in späteren Jahren wieder das Gerippe und den Stamm der 1. Herrenmannschaft bildeten, konnten erst nach und nach eingebaut werden. So ergab es sich, dass 1950 nur 6 einheimische Spieler in der Mannschaft standen. Auch die selbstlose und intensive Arbeit des damaligen 2. Vorsitzenden und Jugendwartes Georg Stelzer konnte leider nicht die erwarteten Früchte tragen, weil die herangezogenen Jugendlichen nach Beendigung der Lehre meistens in andere Gebiete verzogen. Die angesetzten guten Trainer Hans Rhode, Karl Baluses und Benno Hartmann konnten nur eine gewisse Leistungsstabilität erreichen. Trotz dieser nicht idealen Vorraussetzungen landete die SVA-Elf in der Saison 1950/51 auf einem guten 4. Tabellenplatz mit 58:55 Toren und 27:21 Punkten.

Im Februar 1954 fand ein Festakt zum 50jährigen Jubiläum des Vereins statt. Der 1. Vorsitzende Kurt Ahrens berichtete von den Anfängen des Vereins und nahm die Glückwünsche des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes sowie vieler Wilsteraner Vereine und des Bürgervorstehers der Stadt Wilsters entgegen. Umrahmt wurde der Festtag von der Wilsteraner Liedertafel.

In der Spielserie 1954/55 spielte die 1. Mannschaft recht unglücklich und konnte den Klassenerhalt erst im letzten Spiel gegen Schenefeld mit einem 3:1 sichern. Trotzdem war die Elf noch so gefestigt, dass die Freundschaft zu den schwedischen Fußballkameraden, die 1954 durch ein Spiel in Wilster geknüpft wurde, weiter ausgebaut werden konnte. So wurde die erste Reise nach Schweden mit Rudi Schönbeck als Verstärkung im Tor, sowie Freunden und Mitgliedern des Vereins im Juni 1955 durchgeführt. Der SVA spielte in Vretstorp 1:2, in Fjugesta 2:5 und im 3. Spiel in Carlsborg 1:1.

Rudi Schönbeck, der als Torwart der deutschen Nationalmannschaft unter Trainer Sepp Herberger an den Olympischen Spielen in Finnland teilnahm, wurde neuer Trainer der Ligamannschaft, formte die Mannschaft, so dass in der Serie 1955/56 ein guter 5. Tabellenplatz erreicht wurde. Es war zu dieser Zeit nicht immer leicht, dem Fußballsport nachzugehen, und so sagte Trainer Schönbeck zum Saisonende folgenden Satz an seine Mannschaft: „Den Spielern aber, die bereit waren, an jedem Sonntag unter teilweise erheblichen Entbehrungen aus Liebe zum Fußballsport die Farben unseres Vereins zu vertreten, gilt besondere Anerkennung“.

Als dann, wie auch 1930, neue Kräfte aus der Jugend nachrücken konnten, gelang im Spieljahr 1956/57 die Erringung der Meisterschaft im Bezirk „West“. Es war eines der erfolgreichsten Jahre in der Vereinsgeschichte, denn auch die Reservemannschaft konnte in dieser Saison den Meistertitel erringen. Die von Rudi Schönbeck trainierte sowie von Willy Reimers, Otto Kaspereit und Hans Marler betreute Mannschaft kam auf stolze 140:58 Tore und 52:12 Punkte. Damit behauptete sich der SVA mit einem Punkt Vorsprung vor dem VfB Brunsbüttelkoog und einem sage und schreibe um 50 Tore besseren Torverhältnis. Höhepunkte der Saison waren der 16:2 Kantersieg gegen den TSV Friedrichskoog und der 5:4-Sieg im Heimspiel gegen den Vorjahresmeister MTSV Hohenwestedt vor gut 1000 Zuschauern. Bemerkenswert auch, dass Liga wie Reserve am gleichen Spieltag bei ihren Auswärtsspielen in St. Michaelisdonn ihr 100. Saisontor erzielten. Für die Ligamannschaft erzielte Gerhard Pieper das 100. Tor und bei der Reserve war es Eye Braasch, der das Jubiläumstor erzielte.  Der Bezirksligameister stieg seinerzeit jedoch nicht direkt auf und so spielte der SVA in einer Aufstiegsrunde gegen den TSV Neustadt, Schleswig 06, TSV Büdelsdorf, VfL Oldesloe und die Amateure des VfR Neumünster. Die Mannschaft scheiterte jedoch recht knapp in dieser Aufstiegsrunde.

Zum Stamm der Ligamannschaft zählten im Jahr 1956/57: Tönsing, Hanßen, Wübbe, O. Reese, Krämer, Heutmann, Herbst, Wilkens, Pieper, Lübke und P. Reese. Zur erfolgreichen Reservemannschaft gehörten: Michelchen, Martens, Stelzer, Braasch, Ahrens, Musfeldt, Schober, Schmidt, Dethlefs, Böhmert, Ehlers, Feldmann und Wilckens. Diese Saison war nicht nur durch den sportlichen Erfolg ein besonderes Jahr in der Geschichte des SVA, denn 40 Jahre später trafen sich die Meister-Fußballer zu einem Wiedersehen im WM-Stadion, was besonders die gute Freundschaft untereinander und die Verbundenheit zum SV Alemannia wiederspiegelt.

Im nächsten Spieljahr verfehlte die SVA-Elf nur knapp die erneute Meisterschaft und erreichte einen hervorragenden 2. Platz. In einem spannenden Dreikampf um die Meisterschaft zwischen dem MTSV Hohenwestedt, Fortuna Glückstadt und dem SVA mußten sich die Alemannen diesmal ganz knapp den Hohenwestedtern beugen. Stolze 120:50 Tore und 45:15 Punkte hatte der SVA erreicht. In diesem Jahr, nach Beendigung der Punktspielrunde, löste Hans Klinger seinen Vorgänger Rudi Schönbeck als Trainer ab. Auch der neue Trainer hatte in der Spielserie 1958/59 Erfolg und errang mit seiner Mannschaft wiederum den 2. Tabellenplatz.

Eine Saison später, im Jahre 1960, landete der SVA auf dem 3.Platz der Bezirksliga mit 105:55 Toren und 44:16 Punkten. Zur Mannschaft in diesen erfolgreichen Jahren gehörten u.a.: Tönsing, Mittelstädt, Ehlers, I. Peters, W. Lübke, R. Peters, Frech, M. Martens, Ahmling, P. Reese und Baese.

Zurückblickend hatte der SVA Ende der 50iger Jahre eine sportlich sehr erfolgreiche Zeit und eine der besten Mannschaften, die für den SVA die Stiefel schnürte.

Die Lage wurde aber dann wieder prekär, als 4 Ligaspieler zur Bundeswehr eingezogen wurden. So ergab es sich zwangsläufig, dass die Mannschaft nur mit wechselnden Erfolgen die Klasse halten konnte. Als dann 1963 wieder eine akute Abstiegsgefahr bestand, wurde als Retter in der Not erneut Rudi Schönbeck verpflichtet. Es war wie ein Wunder, die Mannschaft gewann 10 Spiele in Folge und erreichte den 5. Tabellenplatz.

1968 konnte der neu verpflichtete Trainer Sigelka es nicht verhindern, dass erstmals der Weg in die Kreisliga angetreten werden mußte. Um wieder eine standesgemäße Rolle im Bezirk zu spielen, entschloß sich der Vorstand, Hans Klinger als Trainer zu verpflichten. Klinger, der schon einmal beim SVA tätig war, kannte die Möglichkeiten der Alemannia und formte in harter Trainingsarbeit eine neue umgebaute Mannschaft. Im Entscheidungsspiel wurde die Meisterschaft in Hohenlockstedt im Spiel gegen Brokstedt knapp 1:2 verloren.

l969/70 wurde in der gleichen Staffel wieder der 2. Tabellenplatz erreicht. Aber im dritten Anlauf gelang in der Spielserie 1970/71 die Meisterschaft in der Kreisliga und der damit verbundene Aufstieg und die Rückkehr in die Bezirksliga West. Mit 54:6 Punkten und 113 geschosssenen Toren wurden die Alemannen souveräner Meister der Kreisliga Steinburg. Zur Aufstiegself des SVA gehörten: Berger, Ewers, Auch, Paulsen, Tesch, Dobirr, Gardthausen, Stockfleth, Krey, Lojeck, Lübke, Wübbe und Döring. Die Aufstiegssaison in der Bezirksliga mußte der SVA mit einem neuen Trainer begehen, da Hans Klinger zum Itzehoer SV wechselte. Günter Lipp wurde als neuer Trainer eingestellt und der Verein hatte eine gute Wahl getroffen. Die Mannschaft hatte die Serie auf dem 8. Platz beenden können. Angeprangert wurden in dieser Saison wieder einmal die katastrophalen Platzverhältnisse auf dem Brook. Der SVA mußte auch auf den Colosseumplatz als Spielort ausweichen, der nun wirklich nicht mehr als Sportplatz angesehen werden konnte.

In der Saison 1972/73 steigerte sich die weiterhin von Günther Lipp betreute Mannschaft und kam auf den 5. Platz mit 47:39 Toren und 31:29 Punkten. Am Saisonende verließ Günther Lipp den SVA aus verletzungsbedingten Gründen.

Auf der Jahreshauptversammlung 1973 verabschiedete sich Georg Stelzer nach 33 Jahren Vorstandsarbeit als 1. und 2. Vorsitzender von der aktiven Arbeit im Verein. Georg Stelzer hat sich in dieser Zeit mit großen Einsatz für den Verein engagiert und viele Spielergenerationen haben ihnen kennen und schätzen gelernt. Seinen Sohn Günter Stelzer konnte er ebenfalls für den SV Alemannia gewinnen. Von 1971 bis 1991 war Günter Stelzer als 1. Kassierer im Vorstand tätig. Georg Stelzer wurde zum Ehrenvorsitzenden des SV Alemannia ernannt.

Der folgende Trainer, Uwe Thomsen, hatte eine glückliche Hand und konnte mit einer starken Elf, die technisch und taktisch hervorragend eingestellt war, 1973/74 die Meisterschaft in der Bezirksliga „West“ erringen. Obmann Otto Resse setzte diesen Erfolg der Mannschaft gleich mit den Aufstiegsspielen zur Landesliga 1956/57, womit er sicherlich Recht hatte. Erstmals nach dem Kriege spielte der SVA auf Landesebene.

Es war eine spannende Saison, in der sich der TSV Büsum, TSV Lägerdorf und der SVA einen Dreikampf um die Meisterschaft lieferten. Nach einem durchwachsenen Start legte der SVA eine Serie von 15 Spielen ohne Niederlage hin, wobei zunächst 8 Siege in Folge erzielt wurden und danach 7 Unentschieden. Die Herbstmeisterschaft wurde erreicht, doch zu Beginn der Rückrunde übernahm der TSV Büsum die Spitze. Der Brook erlebte „Großkampftage“ wie mit dem Spitzenspiel gegen Tabellenführer Büsum im März 1974, als 500 Zuschauer auf dem Brook für eine prickelnde Atmosphäre sorgten. Der Ballfangzaun zur Allee wurde seinerzeit mit einer großen Plane abgespannt, um „Schwarzseher“ von der Straße fernzuhalten. Das Spitzenspiel endete 2:2 und die Büsumer verteidigten die Tabellenführung. In den folgenden Spielen patzte auch Büsum und der SVA übernahm 4 Spieltage vor Schluss erneut die Tabellenführung. Schärfster Konkurrent waren zum Schluss die Lägerdorfer, doch der SVA konnte es jetzt aus eigener Kraft schaffen und machte mit 4 Siegen alles klar. Zum letzten Punktspiel gegen den SV Rantzau waren wieder 300 Zuschauer auf dem Brook und es entwickelte sich eine Nervenschlacht für Spieler und Fans. Herbert Lojek erzielte in der 2. Halbzeit das 1:0 und kurz darauf verwandelte Klaus Struve eine Ecke direkt zum 2:0. Damit hatte der SVA die Meisterschaft unter Dach und Fach. Mit 59:29 Toren und 43:17 Punkten lag der SVA einen Punkt vor dem TSV Lägerdorf. Ein große Meisterfeier schloss sich an und später am Abend gab der WRS-Spielmannszug vor dem damaligen Vereinslokal „Holsteinisches Haus“ bei Hanne Holm für den frischgebackenen Meister ein Ständchen auf der Straße. Zur erfolgreichen Meistermannschaft 1973/74 gehörten: Walter Berger, Heinz Tesch, Peter Groth, Uwe Andresen, Peter Ewers, Karl-Heinz Sawitzki, Peter Gardthausen, Klaus Struve, Herbert Lojek, Uwe Stockfleth, Peter Krey, Peter Meiforth, Rainer Haß, Dirk Schlüter, Adolf Wübbe, Horst Schmidt, Rolf Plath, Jürgen Hinz, Hans Auch, Michael Behmer und Ingo Meyer-Hartmann. Beste Torschützen waren Rainer Haß mit 19 Toren und Uwe Stockfleth mit 12 Toren. Dazu muß man anmerken, dass Rainer Haß die letzten 8 Punktspiele wegen einer Meniskusverletzung gefehlt hatte und die Mannschaft diesen schweren Verlust ihres Top-Stürmers sehr gut verkraftet hatte.

Noch eine Geschichte am Rande: Nicht nur in dieser Aufstiegssaison hatte der SVA immer einen zahlreichen Anhang, dennoch verbuchte der SVA gerade in dieser Saison am 14.10.1973 wohl seinen Zuschauer-Minusrekord. Zum Spiel gegen Brunsbüttel kamen nur 10(!) Zuschauer. Grund war die zeitgleiche Live-Übertragung des Länderspiels Deutschland gegen Frankreich im Fernsehen.

Für die neue und höhere Spielklasse wurde der Brook mal wieder „renoviert“, es wurden im Jahre 1974 2.500 Quadratmeter neuer Rasen verlegt. Doch durch heftige Regenfälle und die Tatsache, dass 13 Mannschaften für einen Sportplatz zuviel sind, befand sich der Brook schnell wieder im „bekannten“ Zustand. So war man gespannt, was die Lübecker Mannschaften sagen würden, wenn sie in Wilster anzutreten hatten. In der Wilsterschen Zeitung wurde folgende Frage gestellt: „Was ist der Unterschied zwischen der Wüste Sahara und dem Brook? In der Sahara ist der Sand heller.“

Die Saison 1974/75 begann und das Abenteuer Verbandsliga Süd wurde angegangen. Leider tat sich die SVA-Elf doch sehr schwer in der neuen Spielklasse und kämpfte von Beginn an gegen den Abstieg. Im Verlauf der Saison gab es einen Trainerwechsel. Uwe Thomsen warf schon nach 6 Spielen „das Handtuch“ und sein Vorgänger Günther Lipp, der sich krankheitsbedingt zurückgezogen hatte, stellte sich dem SVA sofort zur Verfügung. Vielleicht wäre die Saison anders verlaufen, hätte man nicht gleich im ersten Punktspiel einen herben Dämpfer bekommen. Vor 400 Zuschauern auf dem Brook verlor der SVA nach überlegen geführten Spiel gegen den SC Elmenhorst mit 0:2, gegen die Mannschaft, die der SVA am Saisonende als einzige hinter sich lassen konnte. Im weiteren Verlauf der Saison mußte die Mannschaft des öfteren Lehrgeld bezahlen. Ein Höhepunkt der Saison war das Spiel gegen den späteren Meister Strand 08 vor über 500 Zuschauern auf dem Brook. Der SVA bot dem Verbandsligameister lange Paroli, am Ende setzte sich der Favorit jedoch mit 3:0 durch. So reichte es nicht für die höhere Spielklasse und der SVA kehrte nach einem Jahr wieder in die Bezirksliga zurück. Der SVA lag mit 13:47 Punkten und 30:72 Toren zum Ende der Saison auf dem 15. Platz.

Zu Beginn der Saison 1975/76 kam mit Trainer Eberhard Herbst ein ehemaliger Spieler des Itzehoer SV als Trainer zur  Alemannia. „Jo“ Herbst spielte in der Saison zuvor noch in der Regionalliga beim ISV und fungierte als Spielertrainer bei den Alemannen. Nach dem Abstieg aus der Verbandsliga war der SVA keineswegs als Favorit in die Saison gestartet, was sich auch bewahrheitete. Von Anfang an steckte die Mannschaft im Abstiegskampf. Erst am letzten Spieltag sicherte der SVA den Klassenerhalt mit einem 0:0 gegen Vizemeister SSV Hennstedt. Ein Endspurt von 8:4 Punkten aus den letzten sechs Spielen brachte den SVA auf den 12. Platz mit 45:59 Toren und 23:37 Punkten. Erfreulich in der Saison war der Einstand von „Mato“ Kraus in der Ligamannschaft. In seinem ersten Herrenjahr eroberte er sich gleich einen Stammplatz und wurde Torschützenkönig der Alemannen. Im DFB-Pokal lief es für die Alemannen besser und die Mannschaft erreichte das Halbfinale auf Bezirksebene gegen den drei Klassen höher spielenden Itzehoer SV. Es gab die erwartete Niederlage, da der Amateuroberligist läuferisch überlegen war und mit 7:1 klar die Oberhand behielt. „Mato“ Kraus erzielte den Ehrentreffer.

Zur Saison 1976/77 gab es wieder einen Trainerwechsel bei der Ligamannschaft des SVA. Trainer Gerd Krogh wurde als neuer Ligatrainer verpflichtet. Die Mannschaft konnte ihre Leistung in dieser Saison stabilisieren und landete auf einem gesicherten Mittelfeldplatz mit 42:47 Toren und 28:32 Punkten.

Einen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte gab es zu Beginn dieser Spielzeit im September 1976. Die Stadt Wilster und der Schulverband Wilstermarsch eröffneten das neu erstellte Wilstermarsch-Stadion. Endlich stand dem SVA ein zweiter Sportplatz neben dem Brook zur Verfügung, der zudem über eine perfekte Rasenfläche verfügte. Zur Einweihung am 10. und 11. September 1976 kamen an beiden Tagen über 4000 Zuschauer. Der Höhepunkt der Feierlichkeiten zur Einweihung war das Spiel der SVA-Altliga gegen die HSV-Altliga, die mit dem damals 39jährigen Fußballidol „Uns Uwe“ Seeler antrat. 3000 Zuschauer säumten das Stadionrund und sorgten für eine tolle Atmosphäre. Die SVA-Altliga mußte sich erwartungsgemäß mit 1:8 geschlagen geben, wobei es Ulrich Haltermann vorbehalten blieb, den Ehrentreffer zu erzielen. Nach dem Spiel gab es noch ein gemeinsames Essen zwischen beiden Mannschaften, wobei die Alemannen angenehm überrascht waren von der Freundlichkeit der Hamburger. Für die SVA-Altliga liefen zu diesem Spiel folgende Akteure auf: Michelchen, Andresen, Krüger, Lübke, Schneider, Mittelstädt, Heutmann, Reese, Haltermann, Lojek und Dolling.

Am zweiten Tag spielte die Ligamannschaft gegen den VfR Neumünster und mußte sich ebenfalls mit 1:8 geschlagen geben. Hier war Dirk Schlüter der Schütze des Ehrentores. Der SVA war der Stadt Wilster, dem Schulverband und vor allem Bürgermeister Armin March sehr dankbar für die Erstellung des Stadions und konnte so in Zukunft vielen Jugendlichen wieder eine gute Grundlage zur Ausübung des Fußballsports bieten.

Die  Saison 1977/78  war in etwa eine Kopie der vorangegangenen Serie. In der Bezirksliga landete die von Trainer Gerd Krogh trainierte Liga erneut auf dem 9. Platz bei 29:31 Punkten und 51:59 Toren. Hervorzuheben ist in dieser Saison der Sieg in der Fairplaywertung, kein Spieler des SVA musste vorzeitig zum Duschen. Die 2. Mannschaft des SVA, die von Hans Auch betreut wurde, belegte einen hervorragenden 3. Platz in der Kreisliga.

In der darauffolgenden Spielzeit kam Uwe Thomsen für ein Jahr als Trainer zum SVA zurück. Doch sportlich lief es auch in dieser Spielzeit nicht berauschend und der Abstieg konnte mit dem Erreichen des 11. Platzes knapp verhindert werden.

Im Jahr 1979 stand für den SV Alemannia das 75jährige Jubiläum auf dem Programm. Sportlich war das Jahr 1979 für die Ligamannschaft eine Berg- und Talfahrt. In der Saison 78/79 konnte die Mannschaft von Trainer Uwe Thomsen knapp den Abstieg vermeiden. Zur neuen Serie übernahm Fiete Tödt als Spielertrainer die Leitung der Mannschaft. Am Ende der Saison 79/80 lag der SVA auf Platz 3 mit 40:20 Punkten und 80:57 Toren. Nur ganz knapp wurden der 2. Platz und somit die Aufstiegsspiele zur Landesliga Süd verpasst. In diesem Jahr ging zudem eine „Ära“ bei der Ligamannschaft zu Ende. Otto Reese, der seit 1964 das Amt des Obmanns bekleidete, gab seinen Rücktritt bekannt. Die Mannschaft und sein Nachfolger Christian Saß, ebenso wie der Vorstand, bedankten sich ganz herzlich für die geleistete Arbeit. Dem SVA ist Otto Reese als treuer Fan erhalten geblieben. Auch heute, im Jahre 2004, ist er Stammgast bei den Heimspielen der Ligamannschaft im Wilstermarsch-Stadion. Die 2. Mannschaft des SVA wurde in dieser Saison vom langjährigen Ligaspieler Rainer Haß betreut, der mit dem Jubiläumsspiel gegen Holstein Kiel seinen Abschied aus der Ligaelf vornahm. Die Mannschaft kämpfte gegen den Abstieg aus der Kreisliga, konnte die Klasse jedoch halten. Betreuer Helmut Lahl mußte die 3. Mannschaft zur Saison 1979/80 abmelden, da ihm nicht mehr genügend Spieler für eine Durchführung der Punktrunde zur Verfügung standen.

Das Jubiläumsjahr des SV Alemannia wurde besonders gefeiert mit einer Festwoche, die im August stattfand, und einem Spiel der Liga im Oktober gegen den damaligen Zweitligisten Holstein Kiel. Die Festwoche begann mit einem Festkommers im Colosseum am 25. August 1979, wo der 1. Vorsitzende Karl Paulsen viele Gäste begrüßen konnte und vom 1. Vorsitzenden des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, Dr. Hans-Georg Skambraks, die Ehrenplakette des DFB überreicht bekam. Im Rahmen der Festwoche fanden an jedem Wochentag Spiele der Herren- und Jugendmannschaften sowie der Damenmannschaft statt. Das Spiel der Liga mußte wegen Terminproblemen später ausgetragen werden. Gegen Holstein Kiel verlor der SVA vor 500 Zuschauern im WM-Stadion mit 1:8. Den Ehrentreffer der Alemannen erzielte Bernd Döring.

Zum Abschluss der Festwoche gab es ein Straßenturnier für Jedermann. Durch dieses Turnier wurde die gesamte Bevölkerung der Stadt Wilster in das Jubiläum mit einbezogen. 8 Mannschaften wurden aus den Straßen der Stadt gebildet. Unter anderem jagten auch Bürgermeister Armin March und Pastor Uwe Haberland dem runden Leder hinterher. Sieger wurde die Mannschaft der Straßen Taggstraße, Burger Straße, Am Markt und Schmiedestraße. Die Siegerehrung fand abends auf einem Sportlerball im Colosseum statt. Dieses Straßenturnier war ein großer Erfolg und es kam bei der Bevölkerung sehr gut an. Auch aus diesem Grund wird es zum 100jährigen Jubiläum am Himmelfahrtstag 2004 eine Neuauflage diese Turniers geben.

Im zweiten Jahr unter Spielertrainer Fiete Tödt lief es nicht so gut. Der Weggang von Torjäger Olaf Franz machte sich beim SVA bemerkbar und die Mannschaft konnte den Abstieg aus der Bezirksliga nur knapp verhindern. Ein Problem in diesen Jahren war die nicht genügende Anzahl an Schiedsrichtern, die der SVA stellen mußte. So mußte der Verein eine Strafe von 250 DM pro fehlendem Schiedsrichter an den Kreisfußballverband bezahlen.

In der Saison 1981/82 gab es beim SVA einen Umbruch im Kader der Ligamannschaft. Theo Mittelstädt wurde als neuer Trainer verpflichtet. Nachdem viele Ligaspieler sich aus Altersgründen aus der Mannschaft zurückgezogen hatten, mußte Theo Mittelstädt mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs eine neue Elf aufbauen. Es lief nicht so gut und so gab es in der Wilsterschen Zeitung sogar einen Leserbrief, in dem die alten Spieler wieder aufgefordert wurden, in der Ligaelf zu spielen. Vorstand, Mannschaft und Trainer hielten jedoch zusammen und ließen sich von ihrem Weg nicht abbringen. Der SVA mußte allerdings am Ende dieser Spielzeit als Tabellenletzter mit 47:78 Toren und 18:42 Punkten den Weg in die Bezirksklasse antreten. Kein Spieler verließ jedoch den Verein und Trainer wie Mannschaft nahmen zusammen den sofortigen Wiederaufstieg ins Visier. Das Vertrauen des Vorstands in Trainer Theo Mittelstädt und in die junge Mannschaft zahlte sich aus. Mit 74:25 Toren und 46:14 Punkten wurde der 3. Platz erreicht, der zum direkten Wiederaufstieg in die Bezirksliga berechtigte. Allerdings mußten die Alemannen um den Aufstieg noch etwas zittern. Mit dem TSV Büsum, Tura Meldorf und dem SVA gab es drei Mannschaften, welche die Bezirkslasse dominierten. Am vorletzten Spieltag unterlag der SVA mit 0:1 bei Tura Meldorf und verlor den Kampf um die Vizemeisterschaft. Dadurch, dass BW Wesselburen den Klassenerhalt in der Landesliga Süd schaffte, konnte auch der SVA direkt in die Bezirksliga aufsteigen. Zur erfolgreichen Aufstiegsmannschaft gehörten: B. Petersen, H. Schmidt, J. Wilckens, H.P. Kaspereit, H. Hansen, K. Meiforth, J. Ledtje, R. Böhmert, T. Heutmann, T. Auhage, K. Jüstel, H.M. Kraus und N. Ramm.

Ligaobmann Christian Saß, der schon zusammen mit Otto Reese dieses Amt mehrere Jahre ausübte, beendete nach dieser Saison seine Tätigkeit und wurde von Mannschaft und Vorstand herzlich verabschiedet. Kurt Schwardt war Obmann der 2. Mannschaft und erreichte mit seiner Mannschaft das gesteckte Saisonziel locker. Der Abstieg sollte vermieden werden und mit dem 9. Platz sprang ein guter Mittelfeldplatz heraus.

Im Jahr 1982 nahm der SVA zudem an den Festlichkeiten zur 700-Jahr-Feier der Stadt Wilster teil, wozu ein Festumzug durch die Stadt unter Teilnahme aller Vereine gehörte. Außerdem richteten die Alemannen in diesem Jahr den „Sepp-Herberger-Tag“ im Wilstermarsch-Stadion aus, wozu ein sportlicher Dreikampf für Jugendliche und ein Mädchen-Fußball-Turnier gehörte. Trotz Regenwetters nahmen über 250 Jugendliche daran teil.

Der SVA war wieder zurück in der Bezirksliga und die jungen Spieler gereift. Für die vorderen Plätze reichte es noch nicht, doch mit den Abstiegsplätzen hatte der SVA auch nichts zu tun und die Mannschaft landete nach dem Wiederaufstieg auf dem 8. Platz, zu dem Bernd Döring als erfolgreichster Torschütze mit seinen 17 Treffern erheblich beitrug. Trainer Theo Mittelstädt verabschiedete sich nach dreijähriger Trainerzeit vom SVA. Auf der Jahreshauptversammlung im Januar 1983 trat Karl Paulsen nach 4 Jahren als 1. Vorsitzender und 6 Jahren als 2. Vorsitzender des SVA zurück. Karl Paulsen engagierte sich auch danach weiterhin sehr aktiv im Verein. Nach dem Vorsitz übernahm er 4 Jahre lang das Amt des Jugendwartes. Nach dem Umbau des Brooks engagierte er sich dort als Platzwart und sorgte für einen reibungslosen Spiel- und Traningsbetrieb????? Neuer 1. Vorsitzender wurde Albert Beckmann, der zudem auch noch als Schiedsrichter für den SVA aktiv war.

Der „Brook“ kostete dem SVA in diesem Jahr wieder einmal viel Geld, da eine neue Drainage angebracht und der „Ballfang-Zaun“ zur Allee renoviert werden mußte. Der Ruf nach einem zweiten Rasenplatz wurde lauter, zumal der SVA zur Saison 1984/85 erstmals eine 4. Herrenmannschaft für den Punktspielbetrieb meldete. Für die Ligamannschaft wurde der ehemalige Ligaspieler Ulli Haltermann als neuer Trainer verpflichtet, ihm zur Seite standen Heinz Tesch und Hans Auch als Obleute. Hans-Martin „Mato“ Kraus kehrte nach einem Gastspiel beim BSC Brunsbüttel zu seinem Heimatverein zurück und wurde auf  Anhieb Torschützenkönig der Bezirksliga West mit 23 Toren. Zum Abschluss der Saison stand die Alemannia auf dem 5. Tabellenplatz mit 70:53 Toren und 37:23 Punkten. Bei der 2. Mannschaft trat vor der Serie Kurt Schwardt von seinem Amt als Obmann zurück und Werner Dombert übernahm die Betreuung der Mannschaft. In der Kreisliga wurde der 12. Platz erreicht. Wie so oft war von der 2. Mannschaft zu hören, dass der Trainingsfleiß besser sein könnte, zudem wechselte die Mannschaftsaufstellung oft durch Abstellungen an die Liga. So konnte nicht mehr als ein Mittelfeldplatz in der Kreisliga herausspringen.

Nach dem guten 5. Platz der Vorsaison und dem Zusammenbleiben des Kaders strebten die Alemannen in der Saison 85/86 eine noch bessere Platzierung in der Bezirksliga West an. Es wurden hervorragende Leistungen gezeigt und der SVA wurde Vizemeister mit 65:31 Toren und 40:20 Punkten. Gescheitert waren die Alemannen am TSV Büsum, der in dieser Saison eine Übermannschaft stellte und zurecht den Meistertitel errang. Zu dieser Zeit gab es noch keine Aufstiegsspiele für den Vizemeister. Die 2. Mannschaft erreichte fast exakt das gleiche Saisonergebnis wie im Vorjahr. Bei wiederum 25:35 Punkten war es diesmal der 11. Platz in der Kreisliga.

Am Brook standen im Jahr 1986 mal wieder Arbeiten an. Auf dem Brook und auf dem Kleinfeld im Stadion wurden Lichtmasten in Eigenarbeit von Vereinsmitgliedern aufgestellt, außerdem hatte der Verein die „Bude am Brook“ gekauft und renoviert. Ein Dank ging auf der Jahreshauptversammlung vor allem an Karl Paulsen und Karl-Heinz Schmidt für ihre geleistete Arbeit am Brook in den letzten Jahren. (Zuviel Brook???)

Die Saison 1986/87 geht als eine der erfolgreichsten, wenn nicht sogar als die erfolgreichste, in die Geschichte des SVA ein. Die Liga ging nach der gewonnenen Vizemeisterschaft als Titelfavorit in die Sasion, zumal sie sich noch namhaft verstärken konnte. Aus Brunsbüttel kamen mit Walter Berger, Jörn Alisch und Bernd Rehder drei gestandene Verbandsligaspieler zur Alemannia. Torhüter Walter Berger kehrte nach 11 Jahren zum SV Alemannia zurück, gehörte er doch schon 1973/74 zur Meisterelf des SVA. Auch bei der 2. Mannschaft gab es eine große Veränderung. Nachdem bisher ehemalige Spieler die Betreuung übernahmen und meistens in einer Trainingsgemeinschaft mit der Liga trainiert wurde, entschloss sich der Vorstand für die 2. Mannschaft einen Trainer zu engagieren. Mit Günther Hasch wurde ein ehemaliger Lägerdorfer Spieler verpflichtet, der jedoch in Wilster kein Unbekannter war, ist er doch der Schwiegersohn von „Fubama-Macher“ Karl-Heinz Schmidt. Ein weiteres Novum war die Meldung einer 5. Herrenmannschaft zur Punktrunde, ziemlich einmalig im Kreis Steinburg. Des weiteren wurde die Stadionzeitung „SVA-Info“ ins Leben gerufen, die seitdem kostenlos zu jedem Heimspiel der SVA-Liga verteilt wird. Walter Berger, Thies Auhage und Peter Ewers waren dafür verantwortlich. Seit 1995 liegt die Zeitung redaktionell in den Händen von Ulf Güstrau.

Zurück zum Sportlichen: wie erwähnt startete der SVA mit vielen Vorschusslorbeeren in die Saison, welche die Mannschaft von Trainer Ulli Haltermann voll bestätigen konnte. Mit 14:0 Punkten gelang ein Start nach Maß in die Saison und die Herbstmeisterschaft konnte mit eindrucksvollen 27:3 Punkten erreicht werden. Die Vorentscheidung zum Titelgewinn fiel am 22. Spieltag, als der SVA beim unmittelbaren Verfolger Tura Meldorf anzutreten hatte. Bei einer Niederlage wären die Meldorfer bis auf einen Punkt an den SVA herangekommen, doch dieses Spitzenspiel gewann der SVA mit sage und schreibe 7:1. Mann des Tages war Frank Schneider mit 4 erzielten Toren. Nach diesem Spiel waren die Alemannen auf dem Weg zum Titel nicht mehr aufzuhalten und holten mit 42:18 Punkten und 79:40 Toren die Meisterschaft. Hans-Jürgen Ehlert wurde Torschützenkönig mit 23 Toren, knapp vor seinem Sturmkollegen Frank Schneider, der 20mal ins gegnerische Tor traf. Damit war die Alemannia nach 1974 ein zweites Mal in die Landesliga Süd aufgestiegen (damals hieß die Spielklasse Verbandsliga Süd).

Zur Meistermannschaft 1986/87 gehörten folgende Spieler: Thorsten Ibs, Lars Kietzer, Hans-Martin Kraus, Lars Hinz, Frank Schneider, Ulf Güstrau, Hans-Jürgen Ehlert, Holger Baltrusch, Bernd Rehder, Lothar Appel, Jörn Alisch, Walter Berger, Hendrik Gertz, Jörg Auhage, Jan Witt, Thies Auhage und Thies Wilckens. Heinz Tesch stand der Mannschaft als Obmann zur Seite.

Bei der 2. Mannschaft machte sich das Engagement eines Trainers voll bezahlt. Der Zusammenhalt wuchs und die Bereitschaft zum Training stieg. So stand die Mannschaft von „Haschi“ von Beginn an in der Spitzengruppe. Beim SVA wurde schon 1986/87 das Prinzip „Die Null muß stehen“ praktiziert, denn die Ausrichtung der Mannschaft basierte darauf, aus einer sicheren Abwehr zum Erfolg zu kommen. Das Torverhältnis von 60:24 in 30 Spielen belegt dies und 46:14 Punkte bedeuteten den 2. Platz hinter dem Meister VfL Kellinghusen II und zugleich den direkten Aufstieg in die Bezirksklasse. Dies war zugleich der größte Erfolg einer zweiten Mannschaft beim SV Alemannia. Zu der erfolgreichen Mannschaft von Trainer Günther Hasch und Betreuer Thies Hoyer gehörten: Hendrik Gertz, Stephan Kietzer, Hans-Peter Kaspereit, Jörg Auhage, Uwe Tönsen Guido Dusch, Rainer Böhmert, Dietmar Ramm, Holger Baltrusch, Jan Witt, Peter Meiforth, Heiko Balk, Jochen Böhmert, Thomas Heutmann, Bernd Kraus und Jörg Ledtje. Als bester Torschütze erwies sich Heiko Balk mit 18 Toren vor Jan Witt mit 11 Toren.

Die 3. Mannschaft wurde Fünfter in der Kreisklasse B, die 4. Mannschaft Vierter  in der Kreisklasse D und die 5. Mannschaft 15. in der Kreisklasse D. In dieser Zeit wurden auch die Abschlussfahrten der 1. und 2. Mannschaft aus der Taufe gehoben. So wurden in den darauf folgenden Jahren speziell der Harz und das Rheinland des öfteren Ziele der Alemannen. Diese Fahrten trugen viel zur mannschaftlichen Geschlossenheit und guten Kameradschaft bei.

Im August 1987 begann das Abenteuer Landesliga für die Mannschaft von Trainer Ulli Haltermann. Das  Gastspiel sollte diesmal länger als ein Jahr dauern. Der Start in die Spielklasse verlief jedoch sehr schlecht. Nach 8 Spieltagen stand die Mannschaft mit 2:14 Punkten und ohne Sieg auf dem letzten Platz. Verletzungsprobleme und ein doch erheblich höheres spielerisches Niveau mußte der SVA erst einmal verarbeiten. Am 9. Spieltag gelang dann der 1. Sieg gegen den letztjährigen Konkurrenten und Mitaufsteiger Tura Meldorf. Es lief etwas besser und zur Halbserie stand der SVA auf einem Nichtabstiegsplatz. In der Rückrunde setzte die Mannschaft diesen Trend fort und die erste Saison in der Landesliga Süd wurde auf dem 10. Platz beendet. Nach dieser Saison verabschiedete sich Trainer Ulli Haltermann nach vier sehr erfolgreichen Jahren als Trainer der Ligamannschaft.

Auch die 2. Mannschaft konnte sich als Neuling in der Bezirksklasse sehr gut behaupten. Lange Zeit spielte die Reserve an der Spitze um den Aufstieg  in die Bezirksliga mit. In den letzten Spielen patzte die Mannschaft dann, sicherlich auch gehandikapt durch Verletzungen und Abstellungen von Leistungsträgern an die Liga. So sprang in der ersten Saison ein 6. Platz bei 44:36 Toren und 34:26 Punkten heraus. Erfolgreichster Torschütze war Peter Meiforth mit 13 Saisontoren. Leider verabschiedete sich Trainer Günther Hasch nach dieser Sasion in Richtung SC Hohenaspe.

So gingen die beiden ersten Herrenmannschaften jeweils mit neuen Trainern in die Saison 1988/89. Bei der Ligamannschaft übernahm Walter Berger das Traineramt, der bis zur Vorsaison noch als Torwart der Ligamannschaft fungierte. Zudem hatte sich beim SVA erstmals ein Fanclub gegründet. Einige begeisterte SVA-Anhänger, die die Mannschaft auch zu den Auswärtsspielen in den Lübecker Raum begleiteten, hatten die Idee. In Anlehnung an frühere glorreiche Zeiten des SVA nannten sie sich „Schwarze Teufel“. Mit dem Fanclub im Rücken hatte der SVA diesmal einen guten Saisonstart und mischte gleich zu Saisonbeginn in der Spitzengruppe mit. Im Tor hatte sich der heutige 1. Vorsitzende Hendrik Gertz seinen Stammplatz erkämpft. Ein Höhepunkt war das Spitzenspiel am 24. Spieltag gegen den souveränen Tabellenführer SV Seeretz, das vor 600 zahlenden Zuschauern im Wilstermarsch-Stadion mit 0:0 endete. Um die Vizemeisterschaft führte der SVA einen harten Zweikampf mit Olympia Bad Schwartau. Am 30. Spieltag wiesen beide Mannschaften 42:18 Punkte auf, doch der SVA hatte mit 80:40 Toren das klar bessere Torverhältnis.

Zum Abschluss dieser erfolgreichen Saison des SV Alemannia Wilster standen die Aufstiegsspiele in die Verbandsliga Schleswig-Holstein gegen den Rendsburger TSV  an.  Von 1934 bis 1938 gehörte der SVA schon einmal dem Fußball-Oberhaus in Schleswig-Holstein an, im Jahre 1989 gab es nun die erneute Chance. Im Hinspiel gab es vor der Rekordkulisse von 1.400 zahlenden Zuschauern ein 1:1. Großes Interesse gab es auch von Seiten der schreibenden Zunft und vom NDR, der mit einem Kamera-Team vor Ort war. Erstmals gab es einen Kurzbericht im Fernsehen von einem Spiel der Alemannia zu sehen. Vor dem Spiel wurde Hans-Jürgen Ehlert vom SVA-Vorsitzenden Albert Beckmann für seine 22 Saisontore geehrt, mit denen er sich die Torjägerkanone der Landesliga Süd sicherte. Im Heimspiel gegen die Rendsburger war Norbert Ramm per Kopfball für das 1:0 verantwortlich, Rendsburg glich jedoch noch aus. Im Rückspiel in Rendsburg vor gut 1.500 Zuschauern, darunter bestimmt ca. 400 Wilsteraner Anhänger, gab es leider eine klare 0:4-Niederlage. Nach der ersten Enttäuschung war die Mannschaft von Trainer Walter Berger stolz auf das Erreichte und das Erlebnis der beiden Aufstiegsspiele. Das SVA-Team der Aufstiegsspiele: H. Gertz, M. Krüger, S. Marxen, F. Berger, T. Ibs, H.M. Kraus, H-J. Ehlert, L. Appel, T. Auhage, L. Kietzer, H. Balk, F. Schneider, J. Witt, J. Berger und N. Ramm.

Die 2. Mannschaft des SVA verpflichtete Wolfgang Stenzel als neuen Trainer und hatte im zweiten Jahr in der Bezirksklasse mehr Probleme als im Aufstiegsjahr, um die Klasse zu erhalten. Es reichte jedoch mit 25:35 Punkten zum 12. Tabellenplatz.

Neben dem großen sportlichen Erfolg im Jahre 1989 hatte der SVA auch Grund zur Trauer. Mit Willi Hencke und „Meister“ Georg Stelzer starben in diesem Jahr zwei Menschen, denen der SV Alemannia Wilster sehr viel zu verdanken hat und die erheblich am Aufbau des SVA nach dem 2. Weltkrieg, mitgewirkt hatten.

Das Jahr 1990 ist wieder ein ganz besonderes in der Geschichte des SV Alemannia; nicht im sportlichen Bereich, sondern es gab eine endgültige Lösung des Problems „Brook“. Der Sportplatz Brook wurde ein Tennenplatz (Rote-Erde-Platz). Liest man die Protokolle der Jahreshauptversammlungen des Vereins, so war der Brook seit über 50 Jahren ein Thema. Immer wieder wurden die katastrophalen Platzverhältnisse angesprochen, es wurde von den schlechtesten Trainingsbedingungen im ganzen Kreis bzw. Land Schleswig-Holstein gesprochen. Den Beanspruchungen der vielen Mannschaften konnte der Platz nicht mehr standhalten und so mußte man schon sehr genau hinsehen, um noch Grasflächen auf dem Brook zu erkennen. Mit finanziellen Zuschüssen der Stadt Wilster, des Landessportverbandes und des Kreises Steinburg konnte der Verein den Brook grundlegend sanieren. Im August begannen die Arbeiten und bereits im November konnte der 1. Vorsitzende Albert Beckmann den neu erstellten Brook den Mannschaften übergeben. Hierbei dankte er allen Beteiligten, die es ermöglicht hatten, den Brook umzubauen. Viele Jugendmannschaften sowie die 3. Herrenmannschaft trugen hier auch ihre Punktspiele aus. Nach anfänglicher Skepsis bei den Aktiven wurde der Platz akzeptiert. So können die SVA-Mannschaften selbst bei schlechtestem Wetter ihre Trainingsabende durchführen, welche vorher dem schlechten Platzzustand zum Opfer fielen. Des Weiteren wurde dem Verein zugesichert, dass der Sportplatz „Büttel“ in naher Zukunft erstellt werden sollte.

Die Ligamannschaft spielte in der Saison 89/90 also weiterhin in der Landesliga Süd. Der Itzehoer SV kam als Verbandsligaabsteiger neu in die Spielklasse und so freute man sich auf Seiten des SVA auf zwei interessante Nachbarschaftsderbys. Der SVA konnte das gute Niveau der Vorsaison halten, wenn es auch nicht für ganz oben reichte. Die Meisterschaft wurde erst am letzten Spieltag zwischen Eintracht Segeberg und dem Itzehoer SV entschieden und der SVA spielte das Zünglein an der Waage. Mit einer ganz starken Leistung brachte der SVA den Segebergern mit 3:0 ihre erste Heimniederlage bei. Der ISV stieg in die Verbandsliga auf und die Alemannen landeten auf dem 5. Platz mit 55:37 Toren und 35:25 Punkten. Bester Torschütze war wieder einmal Hans-Jürgen Ehlert mit 15 Treffern, der den SVA nach dieser Saison leider in Richtung Itzehoer SV verließ.

Die in der Bezirksklasse spielende Reserve tat sich recht schwer und stand nach 10 Spieltagen ziemlich abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Daraufhin gab es in der laufenden Saison einen Trainerwechsel. Für Wolfgang Stenzel übernahm sehr kurzfristig „Mato“ Kraus die Mannschaft. So war „Mato“ nach einem Jahr Pause schon wieder aktiv im Verein und begann seine Trainerlaufbahn. Eine Serie von 13 ungeschlagenen Spielen wurde hingelegt und der SVA landete noch auf dem 11. Tabellenplatz mit 49:53 Toren und 27:33 Punkten.

Nach den zuletzt sehr erfolgreichen Jahren in der Landesliga wurde es für den SVA in den nächsten Spielzeiten ungemütlicher. In der Serie 90/91 gab es nach einer guten Hinrunde mit dem 5. Platz einen leistungsmäßigen Einbruch in der Rückrunde und zum Abschluss der Saison stand der SVA auf dem 11. Platz mit 36:35 Toren und 30:30 Punkten. Die schlechten Leistungen der Rückrunde kamen sicher auch durch die Unruhe im Umfeld zustande, denn neben Trainer Walter Berger verließen gleich 7 Spieler den Verein. Die 2. Mannschaft zeigte leider auch keine guten Leistungen und mußte nach vier Jahren die Bezirksklasse wieder verlassen. Es sprang nur der letzte Platz heraus. „Mato“ Kraus ging ebenfalls und so mußten für die beiden ersten Herrenmannschaften wieder neue Trainer gesucht werden.

Bei der Ligamannschaft war dies Hans-Otto Corbelin und bei der Reserve wurde Ulli Krause verpflichtet. Die Liga hatte, wie erwartet, einen schweren Stand nach den vielen Abgängen erfahrener Spieler, doch Trainer Hans-Otto Corbelin schaffte es über eine mannschaftliche Geschlosssenheit die nötigen Punkte gegen den Abstieg zu holen. Der 12. Platz war in dieser Saison allerdings noch kein sicherer Platz, da bedingt durch zusätzliche Absteiger aus der Verbandsliga bis zu 5 Mannschaften statt der 3 Regelabsteiger den Gang in die Bezirksliga hätten antreten können. So verdankte der SVA den Klassenerhalt auch dem BSC Brunsbüttel, der als Tabellenzweiter die Aufstiegsspiele zur Verbandsliga erfolgreich gestalten konnte und so „nur“ 4 Mannschaften absteigen mußten.

Die 2. Mannschaft spielte nach dem Abstieg aus der Bezirksklasse eine mittelmäßige Saison und landete auf dem 9. Platz mit 43:54 Toren und 30:30 Punkten. Mit 8 Treffern war Thies Wilckens der erfolgreichste Torschütze der Reserve.

Die Spielzeit 1992/93 war eine der schlechteren in der Geschichte des SV Alemannia. Die Ligamannschaft schaffte es im zweiten Jahr unter Hans-Otto Corbelin nicht, die Landesliga zu halten. Weitere personelle Verluste konnte die Mannschaft nicht mehr auffangen und so reichten 20:40 Punkte in dieser Saison nur für den 15. Tabellenplatz. Nach 6 Jahren Landesligazugehörigkeit mußte der SVA wieder in der Bezirksliga West auf Punktejagd gehen. In der 2. Mannschaft lief es aus den gleichen Gründen ebenfalls sehr schlecht und mit ihrem neuen Trainer Jelge Hoop rettete die Mannschaft die Klassenzugehörigkeit zur Kreisliga mit einem Punkt vor dem FC Flethsee.

Nach dem Abstieg im Jahre 1993 gab es auch etwas Positives für den SV Alemannia. Der lang ersehnte zweite Sportplatz „Büttel“ neben dem WM-Stadion wurde für den Spielbetrieb freigegeben. Dem SVA standen nun zwei Rasenplätze und der Brook als Trainingsplatz zur Verfügung, so dass man endlich von optimalen Bedingungen sprechen konnte. Auch im sportlichen Bereich ging es nach dem Abstieg in der Saison 1993/94 wieder bergauf. Für die Ligamannschaft wurde Günther Hasch als neuer Trainer verpflichetet, der ja bereits für die 2. Mannschaft des SVA als Trainer tätig war. Mit den Brüdern Sven und Kai Marxen sowie Lars Kietzer kamen ehemalige SVA-Spieler zurück zu ihrem Stammverein und so hatte der SVA berechtigte Hoffnungen auf einen sofortigen Wiederaufstieg. Es gab es von Beginn an das Duell um die Meisterschaft zwischen dem SVA und dem TSV Lägerdorf. Die Alemannen wurden Herbstmeister mit 25:5 Punkten, wobei u.a. im Heimspiel vor über 500 Zuschauern der TSV Lägerdorf mit 3:1 besiegt wurde. Zum Abschluss der Serie war der TSV Lägerdorf vorn. Der SVA wurde Vizemeister der Bezirksliga West mit 86:30 Toren und 48:12 Punkten, einen Punkt hinter den Lägerdorfern. Sven und Kai Marxen waren mit jeweils 14 erzielten Toren die Top-Torjäger in Reihen des SVA. Die Vizemeisterschaft bedeutete den sofortigen Wiederaufstieg in die Landesliga. Zur Aufstiegsmannschaft gehörten neben Trainer Günther Hasch und den Obleuten Heinz Tesch und Hans Auch folgende Spieler: Hendrik Gertz, Lars Kietzer, Dirk Oesterle, Lothar Appel, Carsten Kunert, Kai Marxen, Jan Oesterle, Sven Marxen, Arturo Presno, Guido Dusch, Frank Bender, Rainer Kalwat und Sebastian Drobinski.

Im DFB-Pokal auf Bezirksebene hatte die SVA-Liga in diesem Jahr erstmals das Endspiel erreicht. Im heimischen Wilstermarsch-Stadion unterlag man dem TSV Büsum im Elfmeterschießen und scheiterte damit ganz knapp an dem Halbfinale auf Landesebene, wo Holstein Kiel als nächster Gegner gewartet hätte.

Die 2. Mannschaft des SVA hatte unter Jelge Hoop eine katastrophale Hinrunde abgeliefert und lag mit 7:23 Punkten auf dem vorletzten Platz der Kreisliga. In der Winterpause holte sich die Mannschaft Selbstvertrauen mit dem Kreismeistertitel in der Halle und nach einer stolzen Rückrundenbilanz von 22:8 Punkten landete die Reserve des SVA noch auf dem 7. Platz mit 56:62 Toren und 29:31 Punkten. Erfolgreichster Torschütze bei den Alemannen war Thies Wilckens mit 11 Toren.

Nach langer Pause führte der SVA im Jahre 1993 erstmals wieder eine gemeinsame Weihnachtsfeier aller Mitglieder durch, nachdem die Jahre zuvor die Mannschaften ihre Feiern separat ausgerichtet hatten. Dies trug sehr zur Förderung des Zusammenhalts im ganzen Verein bei, und wird seitdem bis zum heutigen Jahre weiterhin so durchgeführt.

Als Aufsteiger stand der SVA in der Landesliga-Saison 1994/95 auf einem bemerkenswerten 5. Platz, landete vor dem als Aufstiegsfavoriten gehandelten TSV Lägerdorf und war gleichzeitig beste Steinburger Mannschaft. Die Alemannia-Mannschaft ließ es sich im Übrigen nicht nehmen und machte auf der Rückfahrt vom letzten Auswärtsspiel noch einen Halt im Lägerdorfer Vereinslokal, um diesen Erfolg mit einer Polonäse durch das Lokal zu feiern. Spieler des TSV Lägerdorf waren nicht mehr anzutreffen, doch Lägerdorfer Fans zeigten sich begeistert von der Stimmung der Alemannen und gaben spontan für die Mannschaft „einen aus“. So war die Rückfahrt aus Gudow mit 3,5 Stunden Fahrzeit sicherlich die längste Auswärtsfahrt der Alemannen in ihrer Landesliga-Zeit. 57:49 Tore und 33:27 Punkte standen am Saisonende zu Buche, mit 17 Saisontoren war Kai Marxen erfolgreichster Torschütze. Trainer Günther Hasch verließ den SVA nach dieser Saison in Richtung TSV Heiligenstedten. Die 2.Mannschaft, die in dieser Saison von Bernd Kraus trainiert wurde, kam auf einen 6. Tabellenplatz in der Kreisliga Steinburg bei 68:55 Toren und 32:28 Punkten. Am besten schnitt die 3. Mannschaft als Aufsteiger in der B-Klasse ab. Unter Trainer Jürgen Beckmann gab es einen 4. Tabellenplatz bei 64:35 Toren und 32:20 Punkten.

Nach den guten Erfahrungen mit ehemaligen Itzehoern wie Rudi Schönbeck, Hans Klinger und Günther Lipp wurde zur Saison 1995/96 Wulf „Wulle“ Ohlsen als Trainer verpflichtet. Mit Beginn dieser Saison wurde eine Neuerung im Punktesystem eingeführt. Seit Beginn des Fußballspiels gab es 2:0 Punkte für einen Sieg und 1:1 Punkte bei einem Unentschieden. Nach guten Erfahrungen in anderen Sportarten wurde die 3-Punkte-Regel eingeführt, um die Mannschaften zu einer offensiveren Spielweise zu animieren. Minuspunkte gibt es in der Tabelle nicht mehr, für einen Sieg gibt es drei Punkte, bei Unentschieden einen Punkt für jede Mannschaft. So war in der ersten Zeit der Blick auf die Tabelle doch recht gewöhnungsbedürftig. Doch der Mensch ist ein Gewohnheitstier und mittlerweile ist diese Schreibweise so selbstverständlich, als hätte es die frühere Regelung nie gegeben. Die Mannschaft von Trainer „Wulle“ Ohlsen legte eine gute Saison hin und konnte sich gegenüber dem Vorjahr um einen Rang auf den 4. Tabellenplatz verbessern. 49 Punkte und 49:40 Tore standen auf dem Konto. Einen sehr guten Einstand hatte beim SVA Neuzugang Claus Engel, der auf Anhieb die interne Torjägerliste mit 15 Treffern gewann. In der Winterpause konnte der SVA erstmalig und bisher auch das einzige Mal das Westküstenturnier gewinnen. Im Endspiel gab es einen 2:1-Sieg über den TSV Heiligenstedten.

Auch bei der 2. Mannschaft gab es einen Trainerwechsel. Nach einem einjährigen Gastspiel in Kleve kehrte Jelge Hoop zur Mannschaft zurück. Es war eine sehr gute Saison und bis 5 Spieltage vor Schluß spielte die Reserve um den Aufstieg zur Bezirksklasse mit. Dann kam ein Einbruch und am Ende stand der 5. Platz mit 63:43 Toren und 51 Punkten zu Buche. Erfolgreichste Torschützen waren „Fritz“ Weiße und Matthias Krüger mit je 12 Toren.

Im Jahre 1996/97 spielten die Alemannen weiterhin einen erfolgreichen „Ball“ in der Landesliga und kamen das dritte Jahr hintereinander unter die ersten Fünf in der Tabelle. Nach der Hinrunde sah es gar nicht danach aus, denn durch viele Verletzte fand die Mannschaft zu keinem Rhythmus und war zur Winterpause nur Neunter. In der Rückrunde spielte sich die Mannschaft dann ein und schaffte noch den 5. Platz mit 50:50 Toren und 44 Punkten. Die 2. Mannschaft unter Trainer Jelge Hoop konnte sich gegenüber der Vorsaison noch einmal steigern und landete auf dem 3. Platz  mit 51:42 Toren und 47 Punkten und scheiterte damit hauchdünn an den Aufstiegsspielen zur Bezirksklasse. Erfolgreichste Torschützen waren in dieser Spielzeit Thies Wilckens und Ulf Güstrau mit jeweils 11 Toren.

Die Saison 1997/98 begann mit einem sportlichen Höhepunkt für die Ligamannschaft. Anfang September war der gerade aus der 1. Bundesliga abgestiegene Zweitligist FC St. Pauli zu Gast im Wilstermarsch-Stadion. Rund 1.000 Zuschauer sorgten für eine prächtige Kulisse und sahen eine 0:13-Niederlage gegen den von Eckard Krautzun betreuten FC St. Pauli. Ein bitteren Beigeschmack hatte dieses Spiel mit der schweren Verletzung von Rainer Kalwat, der sich einen Kreuzbandriß zuzog und nach dieser Verletzung seine Fußballstiefel „an den Nagel“ hängen mußte. Dieses Verletzungspech war symptomatisch für die ganze Saison. Viele Verletzte und eine schlechte Trainingsbeteiligung, bedingt durch viele Spieler in der Mannschaft, die während der Woche nicht vor Ort waren, wirkten sich negativ auf die Leistungen aus. Trainer Wulf Ohlsen mußte einige Male selbst die Stiefel schnüren und sogar der Trainer der 2. Mannschaft, Uwe Tönsen, mußte einmal aushelfen. 28 eingesetzte Spieler zeugten von einer nicht eingespielten Mannschaft, die den Klassenerhalt aber noch geschafft hatte. Platz 12 mit 45:68 Toren und 31 Punkte waren das Ergebnis der Saison. Bei der 2. Mannschaft stellte sich nach langer Suche Uwe Tönsen als Trainer zur Verfügung. Durch die vielen Ausfälle in der Ligamannschaft hatte zwangsläufig auch die Reserve des SVA des öfteren große Sorgen, eine schlagkräftige Mannschaft ins Spiel zu schicken. Doch auch die Reserve meisterte die schwierige Situation und landete ebenfalls auf dem 12. Platz mit 48:66 Toren und 40 Punkten.

Im Januar 1998 ging auf der Jahreshauptversammlung des SV Alemannia eine weitere Ära zu Ende. Peter Reese wollte sich jetzt endgültig aus der Vorstandsarbeit zurückziehen. Nachdem er in der Saison 1946/47 erstmals für den SVA in der Knabenmannschaft aktiv wurde trat er bereits 1960 in den Vorstand als Schriftführer ein. Im Jahre 1973 wurde er 1. Vorsitzender und von 1979 bis zum Jahre 1998 wirkte er als 2. Vorsitzender mit. Das sind 38 Jahre Vorstandsarbeit und ein Leben für den SV Alemannia. Des weiteren unterstützte er im Laufe der Jahre mit seinem Bekleidungsfachgeschäft viele Mannschaften im Verein. Peter Reese wurde auf der Versammlung zum Ehrenvorsitzenden des SV Alemannia ernannt.

Die Saison 1998/99 stand unter keinen guten Vorzeichen für den Verein und der schlechte Trend aus dem Vorjahr verhieß nichts Gutes. Der neue Ligatrainer „Mato“ Kraus hatte von Beginn an mit großen Personalproblemen zu kämpfen und einen zu kleinen Kader für die Landesliga. 8 Stammspieler der Landesliga-Elf verließen den Verein bzw. hörten mit dem Fußball auf und nur 3 Neuzugänge gab es insgesamt für die 1. und 2. Mannschaft. So war von Beginn an klar, dass es nur gegen den Abstieg gehen konnte. Es war zudem die letzte Serie der Landesliga Süd, da nach dieser Saison die Spielklassen wieder einmal neu eingeteilt wurden. Die beiden Landesligen Nord und Süd wurden abgeschafft. Dafür wurden die Bezirksligen in Bezirksoberligen umbenannt. Aus der Bezirksklasse West wurde die Bezirksliga West. Darunter waren dann die Kreisligen. Die Mannschaften, die zum Ende der Saison auf den Abstiegsplätzen der Landesliga standen, mußten in einer Relegationsrunde mit Bezirksligamannschaften um die letzten beiden Plätze der neuen Bezirksoberliga kämpfen. Der Aderlaß der Spieler war einfach zu groß und so wurden die Liga wie auch die 2. Mannschaft in der Kreisliga Tabellenletzter. Die Liga hatte noch die Chance in der Relegationsrunde gegen den TSV Heiligenstedten, TSV Büsum und Heider SV II. Doch der SVA scheiterte und mußte zur neuen Saison in der Bezirksliga West (vormals Bezirksklasse West) an den Start gehen. Heinz Tesch verabschiedete sich am Ende der Saison von seinem Amt als Obmann der Liga-Mannschaft nach 17 Jahren und wurde von Mannschaft und Vorstand herzlich verabschiedet.

Bei der 2. Mannschaft war Arne Möller vor der Saison als neuer Trainer verpflichtet worden und er hatte in seinem ersten Jahr beim SVA sehr schwere Bedingungen vorgefunden. Trotzdem ließ er sich nicht entmutigen und war bereit zu einem Neuanfang mit der Reserve in der Kreisklasse A.

Schon im Januar 1999 wurden auf der Jahreshauptversammlung die Weichen für einen Umbruch im Verein gestellt. Albert Beckmann trat nach 16 Jahren als 1. Vorsitzender von seinem Amt zurück und wurde bei dieser Versammlung zum Ehrenvorsitzenden des SV Alemannia ernannt. Mit dem Ende der Landesliga im Sommer 1999 blickte er noch einmal zurück und verwies mit Stolz auf die Leistungen des SVA, der mit geringen finanziellen Mitteln 11 Jahre in der Landesliga auf hohem Niveau mitspielte. Sein Dank galt vor allem den Förderern und Gönnern des Vereins, die dies ermöglicht hatten. Mit Hendrik Gertz wurde der jüngste 1. Vorsitzende in der Geschichte des SVA gewählt. Hendrik Gertz war zum Zeitpunkt der Wahl erst 32 Jahre alt und hatte schon 7 Jahre als Kassenwart im Vorstand mitgewirkt. Auf dieser Versammlung wurde zudem eine Satzungsänderung beschlossen. Dem Vorstand gehörten ab jetzt noch 6 Personen an. Dies sind der 1. Vorsitzende, der 2. Vorsitzende, der Schatzmeister, der neu eingeführte Manager, der Jugendwart und der Schriftführer.

Zur Saison 1999/2000 wurde Horst Schmidt Trainer der Ligamannschaft des SVA, ein ehemaliger aktiver Spieler des SVA, der zur Meistermannschaft 1973/74 gehörte. Der SVA brauchte dringend neue Spieler und ihm gelang es, zum Trainingsauftakt 16 Neuzugänge zu präsentieren, darunter auch viele Ex-Alemannen. In der Bezirksliga West war die neuformierte SVA-Mannschaft eine Klasse für sich. In der Hinrunde wurde nur ein Punkt abgegeben, die restlichen 14 Spiele wurden gewonnen bei 62:13 Toren. Im 18. Saisonspiel kassierte der SVA die erste Niederlage. Im Sommer 2000 war der SVA souveräner Meister mit 24 Siegen, 2 Unentschieden und 2 Niederlagen bei 129:30 Toren und 74 Punkten. Schon am 23.Spieltag stand der Aufstieg in die Bezirksoberliga West fest. Sebastian Drobinski erzielte den 100. Saisontreffer und Kai Marxen wurde mit 30 Toren gleichzeitig auch Torschützenkönig der gesamten Bezirksliga. Zur Meistermannschaft von Trainer Horst Schmidt gehörten: H. Gertz, M. Wohlers, S. Marxen, D. Oesterle, S. Drobinski, O. Lau, J. Berger, D. Peters, K. Marxen, L. Kietzer, M. Rehan, L. Lassen, R. Carstens, C. Engel, I. Kraus,  J. Oesterle und M. Valentin.

Abgerundet wurde diese tolle Saison durch den Wiederaufstieg der 2. Mannschaft des SVA in die Kreisliga. Trainer Arne Möller sah die Aufstiegschancen nach einem katastrophalen Start mit einem Punkt aus 5 Spielen auf dem Nullpunkt. Doch mit einer eindrucksvollen Siegesserie gelang der 3. Platz der Kreisklasse A mit 96:41 Toren und 59 Punkten, der zum Aufstieg reichte. Andreas Schwardt mit 18 Toren und Roman Wohlers mit 10 Toren waren die Torjäger dieser Spielzeit.

In dieser Saison sorgte der SVA auch neben dem grünen Rasen für positive Schlagzeilen. Auf Initiative von Sven Marxen beteiligten sich Spieler der 1. und 2. Mannschaft sowie Spieler der D-, C- und B-Jugend an einem Schleswig-Holstein-Lauf zugunsten der Deutschen Welthungerhilfe. Bemerkenswert vor allem die Leistung der Jugendspieler des SVA, die diese Strecke bewältigten. Mit dieser Aktion konnte der SV Alemannia 5500 D-Mark an die Welthungerhilfe überweisen.

Die Saison 2000/2001 begann mit einem besonderen Vorbereitungsspiel. Ein weiteres Mal konnte der FC St. Pauli als Testspielgegner verpflichtet werden. In diesem Spiel konnten sich die Alemannen weitaus besser aus der Affäre ziehen als beim Spiel 1997 und verloren „nur“ mit 0:6. Der SVA zeigte sich also bestens gerüstet für seine erste Saison in der neugeschaffenen Bezirksoberliga West. Auch in diesem Jahr konnte Trainer Horst Schmidt wieder starke Neuzugänge präsentieren, die das Meisterteam der letzten Saison noch verstärkten. Unter anderem kamen mit Hendrik Hugger und Steffen Koplin zwei Spieler vom Oberligisten Itzehoer SV nach Wilster. Das „Hin und Her“ um diese Wechsel sorgte für reichlich Ärger und hätte fast wieder alles zerstört, was im letzten Jahr aufgebaut worden war. Um die Freigabe für die beiden Spieler gab es einige Unklarheiten. Fakt ist, dass beide Spieler eingesetzt wurden, im Glauben der Verantwortlichen des SVA, dass sie natürlich spielberechtigt seien. Nach 12 Spieltagen kam der „Hammerschlag“ für den SVA. Die Spiele mit den beiden Spielern wurden nachträglich als verloren gewertet und mit 14 Punkten Abzug war der SVA auf einmal Tabellenletzter mit 7 Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Das sorgte für viel Wirbel und Ärger und der SVA zog sogar vor ein ordentliches Gericht, mußte sich jedoch letztlich geschlagen geben. Der Vorstand sowie der Trainer dachten über personelle Konsequenzen nach, aus dem Verein sowie aus der Mannschaft gab es jedoch volle Rückendeckung und der gesamte Verein überstand diese Krise. Die Ligamannschaft zeigte sich zunächst geschockt und kam in den folgenden 3 Spielen zu keinem Sieg. Im Frühjahr 2001 setze sie jedoch zu einer großen Siegesserie an und gewann 10 Spiele in Folge. Es wurde kein Spiel mehr in dieser Saison verloren und am Ende stand der SVA trotz 14 Punkten Abzug auf dem 3. Tabellenplatz. Ohne diesen, aus SVA-Sicht immer noch unberechtigten Punktabzug, wäre die Ligamannschaft zum zweiten Male hintereinander Meister geworden. Die Mannschaft feierte jedoch trotzdem nach dem letzten Spieltag in extra angefertigten T-Shirts mit dem Aufdruck „Sportlicher Meister“. Steffen Koplin war mit 17 Toren erfolgreichster Torschütze. Die 2. Mannschaft schaffte als Aufsteiger in der Kreisliga einen guten 5. Platz bei 66:50 Toren und 50 Punkten. Claus Engel war mit 14 Treffern der beste Torschütze in seinem Team. Allerdings gab es schon nach 8 Spieltagen einen Trainerwechsel. Arne Möller stellte sein Traineramt zur Verfügung und Jörg Franzenburg, ehemaliger Torwart beim SVA, wurde sein Nachfolger.

In ihrer zweiten Saison in der Bezirksoberliga West galten die Alemannen als Mitfavorit auf die Meisterschaft. Die Mannschaft schien dies zu bestätigen, denn nach 7 Spieltagen stand der SVA auf Platz 1. Mit einer Heimniederlage gegen den Marner TV begann der Negativtrend und die Mannschaft von Trainer Horst Schmidt fand zu keiner Konstanz in ihren Leistungen in dieser Saison. Allerdings stand diese Spielzeit auch unter dem Motto „des Umbruchs“, denn Trainer Horst Schmidt baute nach und nach junge Spieler in die Mannschaft ein, die sich erst an die neue Spielklasse gewöhnen mußten. Zum Abschluss der Saison gab es einen 8. Platz bei 61:55 Toren und 47 Punkten.

Die 2. Mannschaft setzte unter ihrem Trainer Jörg „Locke“ Franzenburg in der Kreisliga zu einem Höhenflug an. In einem spannenden Saisonfinale konnte der SVA mit einem Punkt Vorsprung vor dem 1. FC Lola die Vizemeisterschaft erringen und erreichte damit die Aufstiegsspiele zur Bezirksliga West. Gegen BW Wesselburen II gab es eine 0:2-Niederlage und einen 2:1-Sieg, was erst nicht zum Aufstieg reichte. Durch zusätzliche Aufsteiger in der BOL wurde jedoch noch ein Platz frei und die 2. Mannschaft des SVA stand zum zweiten Mal in ihrer Geschichte in der Bezirksliga West (früher Bezirksklasse). Jörn Nagel löste in dieser Saison Claus Engel mit 18 Treffern als Torschützenkönig der Reserve ab.

Zu Beginn der Saison 2002/03 gab es wieder ein Freundschaftsspiel der besonderen Art. In Neumünster hielt sich mit VR Sharat eine Profimannschaft aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zu einem Trainingslager auf. So kam das Spiel gegen diesen nicht alltäglichen Gegner zustande. Mit 1:6 mußte sich der SVA geschlagen geben, konnte jedoch gerade in der 1. Halbzeit gut mithalten. Johannes Jürgens war der Schütze des Ehrentores. Johannes Jürgens sorgte zudem für positive Schlagzeilen, da er als einziger BOL-Spieler in die U20-Auswahl des Landes Schleswig-Holstein berufen wurde. Sebastian Drobinski mußte in dieser Saison seine Fußballerlaufbahn beim SVA verletzungsbedingt beenden und ist seitdem zusammen mit Helmut Lahl als Obmann für die Liga tätig. Garant für das gute Abschneiden in dieser Saison waren die gute Abwehrarbeit der Alemannen und die Heimstärke. Der SVA wurde mit 61 Punkten und 68:30 Toren Dritter, hinter dem Meister Tura Meldorf und dem VfR Horst. Die Alemannen konnten als einziges Team die Meldorfer in beiden Spielen besiegen. Hoffnung für die Zukunft macht der Fortschritt der jungen Spieler, die sich schnell an Bezirksoberliga gewöhnt haben. Mit nur einem Tor Rückstand hinter dem Torschützenkönig der Bezirksoberliga landete Steffen Koplin mit 22 Toren auf dem 2. Platz, sein Sturmpartner Björn Kaspereit war ebenfalls sehr erfolgreich mit 15 Toren.

Die 2. Mannschaft des SVA nahm nach ihrem Aufstieg einen erneuten Anlauf in der Bezirksliga, doch dauerte der leider nur ein Jahr. Durchaus guten Resultaten gegen Spitzenmannschaften folgten Enttäuschungen gegen die unmittelbaren Konkurrenten. Durch Sperren und Verletzungen fehlten zudem Leistungsträger über längere Zeiträume. So reichte es für die Mannschaft von Trainer Jörg Franzenburg nur zum 15. Platz bei 46:97 Toren und 23 Punkten und die Reserve mußte in der nächsten Saison wieder in der Kreisliga Steinburg antreten.

In der aktuellen Saison 2003/04 belegt die Ligamannschaft des SV Alemannia zur Winterpause einen hervorragenden 2. Platz in der Bezirksoberliga. Die 2. Mannschaft steht zur Winterpause auf dem 5. Platz der Kreisliga. Die sportlichen Aussichten sehen also nicht schlecht aus für das Jubiläumsjahr 2004.

Damit sind wir in unserem Rückblick im Jahre 2004 angekommen und hoffen, keine gravierenden Ereignisse vergessen zu haben. Die Anfänge des Fußballsports zur Gründungszeit waren nicht einfach, zwei Kriege mußten überstanden werden und die eine oder andere Krise. Dass der Verein 100 Jahre alt werden konnte verdankt er seinen Mitgliedern. In den 100 Jahren gab es zu jeder Zeit immer wieder einzelne Personen, die sich mit besonderem Eifer für den Verein eingesetzt haben und die Mitglieder motivieren konnten. Die Jugendarbeit wurde nie vernachlässigt und blickt man auf die sportlich erfolgreichen Jahre des SVA zurück, findet man viele „Eigengewächse“, die den Stamm der erfolgreichen Mannschaften bildeten.

Dies bestätigt auch die aktuelle Situation im Verein. Zum heutigen Zeitpunkt (Dezember 2003) hat der SV Alemannia Wilster 421 Mitglieder von denen 203 Jugendliche sind. Damit hat der Verein die größte Jugendabteilung im Kreis Steinburg und leistet hier wertvolle Arbeit. Das derzeit jüngste Mitglied ist der 4jährige Niklas Auhage, der in der G-Jugend spielt. Das älteste Mitglied ist Richard Beimgraben, der dem Verein schon 74 Jahre als Mitglied angehört. Der SV Alemannia ist ein reiner Fußballverein, nachdem es in den früheren Jahren noch weitere Sportarten, wie z.B. Handball, gab.

Im Jahr 2004 stehen einige Programmpunkte zum 100jährigen Jubiläum an. Den Beginn macht der Festkommers am 14. Februar im Colosseum, auf dem auch diese Vereinschronik der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Wenn sich weiterhin so viele Menschen für den SV Alemannia engagieren und ihn unterstützen kann der Verein sicherlich noch einige Jubiläen feiern.

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